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Diskussion mit Kandidat*innen für den Bundestag im Rahmen des Klimacamps

Einladungsflyer; Gestaltung: Alix Bischoff — alix-art.de
Foto vom Podium: Ingo Wellenreuther, Patrick Mahlke, Parsa Marvi, Zoe Mayer und Michel Brandt (v.l.n.r.) hören das Statement von Paula von Fridays for Future; Foto: twitter.com/Nasenbr13

Wie es in Karlsruhe gute Tradition ist, zeigten die Umweltverbände vor der Bundestagwahl gemeinsam Flagge und konfrontierten die Wahlkreis-Kandidatin und -Kandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien (außer der AfD) mit Fragen zu Energie, Verkehrswende und der damit verbundenen sozialen Frage.

Das junge Team des Klimacamps hatte die Veranstaltung hervorragend organisiert. Am Nachmittag wurde vor dem Camp eine Bühne aufgebaut, Bierbänke für die Besucher*innen aufgestellt und eine professionelle Tontechnik installiert. Auch das Wetter spielte mit, die Regenfront war am Mittag durchgezogen und am Nachmittag kam sogar die Sonne raus. So konnten die Moderator*innen Nick vom Klimacamp und Ute Rieger von der BUZO am 112. Tag (!) des Klimacamps etwa 300 Zuhörende durch die interessante Veranstaltung führen.

Dr. Volker Stelzer von Scientists for Future hob in seiner Einführung die Dringlichkeit eines schnellen und entschlossenen politischen Handelns hervor.

Michel Brandt (Die Linke), Patrik Mahlke (FDP) in Vertretung von Michael Theurer (gewählt über Landesliste), Parsa Marvi (SPD, gewählt über Landesliste), Zoe Mayer (Grüne, Direktmandat) und Ingo Wellenreuther (CDU) stellten ihre Konzepte dar.

Bevor das Publikum zum Abschluss noch Fragen stellen konnte, appellierte Paula von Fridays for Future sehr eindringlich an die Politiker*innen, schnell und entschlossen Maßnahmen gegen den Klimawandel umzusetzen. Sie forderte die Wähler*innen auf, bei ihrer Wahlentscheidung die Zukunft der jungen Menschen im Blick zu haben.

Aus der Fülle der Themen zu Umwelt und Klima mussten wir wegen des Zeitrahmens auswählen. So konnten die genauso wichtigen Bereiche Biodiversität und Landwirtschaft leider nicht angesprochen werden. Zur Energie wollten wir wissen, wie wir schnell zu mehr regenerativer Energie kommen, wie hierzu der Strommarkt tauglich gemacht werden soll, welche Maßnahmen zur Energieeinsparung angegangen werden und wie die Kandidat*innen zu einer CO2-Bilanzierung von Importgütern im Verbrauchsland stehen. Beim Verkehr fragten wir nach den Prioritäten im Fernverkehr und dem Ausbau der Schiene. Wir wollten wissen, mit welchen Maßnahmen erreicht werden soll, dass in der Stadt und auf dem Land auf ein individuelles Auto verzichtet werden kann und fragten nach den Vorstellungen für eine autofreie Innenstadt. In der Schlussrunde fragten wir, wie die Parteien die soziale Problematik der von den Klimamaßnahmen betroffenen Arbeitnehmer*innen auffangen und lösen wollen und welche Vision für die postfossile Gesellschaft die Kandidat*innen selbst haben.

Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Antworten waren aufschlussreich, auch konnte man einen guten Eindruck von den Kandidat*innen bekommen. Im Netz kann man die ganze Veranstaltung anschauen:

twitter.com/i/broadcasts/1DXGyRWodRLJM

youtube.com/watch?v=5mFpjuGLi3U

Es wurde bei allen Antworten doch sehr deutlich, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen bei Weitem nicht ausreichen. Da Politiker*innen, die ja gewählt werden wollen, vor einer Wahl nur das vorstellen, was in der Mehrheit ihrer umworbenen Wählerschaft Zustimmung findet, ist klar, dass hier noch sehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist, um ganz viele Menschen von den Vorteilen, auch ganz persönlichen Vorteilen, von einer klimagerechteren und umweltverträglicheren Lebensweise zu überzeugen. Auch die Dringlichkeit, jetzt einschneidende Maßnahmen ergreifen zu müssen, um später nicht einen enorm großen Preis für die Folgen unseres Nichthandelns zu bezahlen, müssen wir zusammen mit allen Engagierten deutlich machen. Auch bei der neuen Regierung wird die Zivilgesellschaft einfordern müssen, dass Umwelt- und Klimaschutz entschlossen angegangen wird.

Ute Rieger

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