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Fotos: Heiko Jacobs
1+2: Südportal Hirsauer Tunnel, „verlängert“, um die Einfahrt für den Zug vom alten zweigleisigen Tunnel für die Fledermäuse zu entflechten, Verlängerung nicht mittig im Einschnitt;
Neben dem Nordportal des Hirsauer Tunnel Einflugsloch in den Alttunnel, damit Fledermäuse die Lücke zwischen „Tunnel im Tunnel“ und Alttunnel nutzen können;
Zusatzkasten 1. Typ von mind. 2 gesehenen für Fledermäuse außerhalb des Hirsauer Tunnels;

Liebe Leserinnen und Leser

Bei einer Vogelzählung am Oberrhein zwischen Karlsruhe und Basel wurden kürzlich 34.000 Spezies registriert. In den 90er Jahren wurden noch 90.000 gefiederte Mitgeschöpfe gezählt. Das ist ein Rückgang um fast zwei Drittel in 30 Jahren. Solche Horrormeldungen kann man mittlerweile regelmäßig lesen, sofern sie es überhaupt noch in die Presse schaffen. In die Köpfe der meisten Mitmenschen leider erst recht nicht. Denn ansonsten müsste wohl jeder begreifen, dass das Artensterben das mit Abstand größte Problem des Planeten und der Menschheit ist. Noch weit vor der Klimakrise, mit der es allerdings starke (negative) Wechselwirkungen gibt. Und weit vor sozialer Ungerechtigkeit, Wohnungsmangel, „schwächelnder“ Wirtschaft oder erst recht der aufgebauschten Migrationsthematik. Denn eine Art, die ausgestorben ist, kommt nicht mehr zurück. Und mit jeder verschwundenen Art entfällt ein Baustein des Ökosystems und unserer Lebensgrundlagen.

Wie schwierig es auch ist, die dringend erforderliche Verkehrswende mit der Biodiversitätskrise in Einklang zu bringen, zeigt die Hermann-Hesse-Bahn, deren Reaktivierung sich um Jahre verzögert hat, weil sich dort glückliche Fledermäuse in einem Tunnelstollen eingenistet hatten. Dabei braucht es nicht wirklich Fachwissen, um zu begreifen, dass man ein Problem hat, wenn eine Art, die in Baden-Württemberg als ausgestorben galt, sich dort wiederfindet, wo man bauen will, und nicht einfach umgesiedelt werden kann. In welches Biotop denn auch sonst? Dass die Verzögerung selbst aus bahnaffinen Kreisen als ein Beispiel für überbordende Bürokratie gebrandmarkt und die Naturschützer auf Seiten der Fledermäuse sogar heftigen Anfeindungen ausgesetzt wurden, ist daher neben der Sache. Der Fehler lag allein darin, dass die Bahn in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von kurzsicht igen Menschen stillgelegt wurde. Zum Glück hat man eine gute Lösung für beide Seiten gefunden und die Bahn im Schwarzwald fährt (s. S. 10).

Umso lobenswerter alle die, die im Kleinen ihren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten, wie etwa die Fächergärtner oder jede/r von Ihnen beim Einkauf von Bio statt Giftspritze.

Wir wünschen eine anregende, frühlingshafte Lektüre.

Mari Däschner
Holger Heidt
Heiko Jacobs
Reiner Neises
Ute Rieger

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