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Schulstraßen: Sicher unterwegs — ein Konzept für die Zukunft

Beispiel einer Schulstraße aus Heidelberg; Fotos: Melanie Matuszyk
Karlsruher Versuch mit „Schulstraße“ als Provisorium ...
... mit Pappschildern, Baustellensperren und Infos

Schulstraßen sind Verkehrsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Sicherheit von Kindern auf dem Schulweg zu erhöhen. Sie begrenzen oder sperren den motorisierten Verkehr in Schulnähe — entweder zu Stoßzeiten oder ganztägig. Dieses Konzept fördert den nicht-motorisierten Verkehr, wie das Zufußgehen oder Radfahren, und schafft geschützte Räume für Kinder, um sich sicher und selbstständig zu bewegen.

Arten von Schulstraßen

Es gibt verschiedene Ansätze, die flexibel an lokale Gegebenheiten angepasst werden können:

  1. Zeitlich begrenzte Schulstraßen: Hier gelten Verkehrsbeschränkungen nur während kritischer Zeiten, etwa morgens und mittags.
  2. Ganztägige Schulstraßen: Der Verkehr wird dauerhaft ausgesperrt, um eine ganzheitliche Sicherheit zu gewährleisten.
  3. Schulzonen auf Hauptstraßen: Teilabschnitte von viel befahrenen Straßen werden für den motorisierten Verkehr gesperrt und für Fußgänger sowie Radfahrer freigegeben.

Rechtliche Umsetzung

Obwohl in Deutschland keine spezifischen Regelungen für Schulstraßen existieren, können sie auf Grundlage bestehender Vorschriften eingerichtet werden. Temporäre Maßnahmen basieren häufig auf dem Straßenverkehrsrecht (§ 45 StVO), während dauerhafte Lösungen über das Straßenrecht umgesetzt werden.

Planung und Umsetzung

Die Einrichtung einer Schulstraße erfordert sorgfältige Planung:

  1. Beratung und Planung: Schulen, Eltern und Anwohner sollten frühzeitig eingebunden werden.
  2. Antragstellung: Die Kommune prüft lokale Bedingungen, etwa Verkehrszahlen oder Unfallstatistiken.
  3. Umsetzung: Schilder, Barrieren oder andere Maßnahmen markieren die Schulstraße.
  4. Evaluation: Eine Probephase bewertet die Effektivität der Maßnahme.
  5. Verstetigung: Positive Ergebnisse können zur dauerhaften Einrichtung führen.

Ein Beispiel aus Karlsruhe

Die Grundschule am Wasserturm testete eine Schulstraße im Rahmen eines Pilotprojekts. Eine begleitende Umfrage unter 122 Teilnehmenden zeigte, dass 96,6 % der Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kamen. Eltern betonten die Notwendigkeit sicherer Straßenüberquerungen: 68 % wünschten sich besser sichtbare Übergänge, 50 % mehr Zebrastreifen. Über die Hälfte der Befragten unterstützte dauerhafte Maßnahmen, um den Schulweg sicherer zu gestalten.

Ein Projekt mit Zukunft

Schulstraßen sind ein wichtiger Schritt, um die Verkehrssicherheit in Schulumgebungen zu erhöhen. Organisationen wie Changing Cities bieten Leitfäden und Webinare an, die interessierten Eltern und Initiativen bei der Planung helfen. Solche Projekte zeigen, dass gemeinschaftliches Engagement zu spürbaren Verbesserungen für Kinder und Familien führen kann.

Weitere Informationen gibt es unter KA-Kiezblocks:
ka-kiezblocks.de/schulstrassen/

Dennis Scherle

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